Osteoporose ist die häufigste Stoffwechselerkrankung des Knochens. Sie ist gekennzeichnet durch einen hohen Verlust an Knochenmasse. Dadurch nehmen die Stabilität und Belastbarkeit der Knochen stark ab. Schon geringfügige Anlässe können die Knochen brechen lassen. Gefährdete Stellen sind Hand- und Fußgelenke, Wirbelkörper sowie im fortgeschrittenen Alter die Schenkelhalsknochen.
Knochenbrüche lösen starke bis stärkste Schmerzen aus, die unbedingt behandelt werden müssen. In Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen an Knochenschwund. Jede dritte Frau nach den Wechseljahren ist betroffen, jeder fünfte Patient ist ein Mann. Gelegentlich lassen sich keine Ursachen finden. Eine Osteoporose ohne erkennbare Ursache kann in jedem Lebensalter auftreten. Meistens lässt sich aber eine Ursache für den Knochenschwund - z.B. entzündliche Erkrankungen des Darms - finden.
Diese Krankheiten können Ursache für eine Osteoporose sein:
Stoffwechselerkrankungen (z. B. vermehrte Bildung von Kortisol, Parathormon oder Schilddrüsenhormonen)
Hormonmangel (z. B. von Östrogen)
entzündliche Erkrankungen (z. B. des Darmes, wie Morbus Crohn
verminderte Aufnahme von Kalzium und Vitamin D aus dem Darm
verminderte Vitamin-D-Bildung in den Nieren.
Auch Bettruhe und Bewegungsmangel können eine Osteoporose hervorrufen. Bewegung ist wesentlich für gesunde Knochen, denn sie regt den Knochenstoffwechsel an. Gerade bei Kindern führt Bewegungsmangel dazu, dass sich keine ausreichende Knochendichte entwickeln kann. Ganz wichtig: Es nie zu spät, um mit körperlicher Bewegung zu beginnen. Das gilt auch für Frauen und Männer, die bereits von Osteoporose betroffen sind. Für sie können spezielle Bewegungsübungen besonders hilfreich sein.
Viele Menschen wissen kaum etwas über die Krankheit, die an ihren Knochen nagt. Die folgenden Bilder sollen einen Aufschluss über die häufigste Knochenerkrankung geben – die Osteoporose oder auch Knochenschwund genannt.
Um zu verstehen, welche Faktoren einen Knochenschwund auslösen, gehen wir auf die Reise in die Knochenmatrix.
Am Knochen unterscheidet man grundsätzlich zwei unterschiedliche Knochenstrukturen:
Am Schenkelhals, mit seinem Oberschenkelkopf besteht die Knochenmatrix aus einem sehr dichten Knochengewebe auch Compacta oder auch Kortikalis genannt.
Schaut man sich jedoch die Knochenstruktur einzelner Wirbelkörper der Wirbelsäule an, entdeckt man einen hohen Spongiosa-Anteil. Diese Struktur ist nicht kompakt, sondern weist viele Stützbalken mit Hohlräumen auf. Diese werden auch trabekuläre Strukturen genannt.
Knochen leben und befinden sich im ständigen An- und Umbauprozess. Verantwortlich dafür sind zwei Arten von Zellen.
Da sind zuerst die Osteoklasten, mehrkernige Riesenzellen. Die mit dem Knochen in Berührung kommende Zellmembran weist zahlreiche zungenförmige Faltungen auf. Dies ist der für die Osteoklasten typische Bürstensaum.
Ostoklasten setzen Säuren und Enzyme frei. Sie lösen die Minerasalze aus dem Knochen heraus und zersetzen die Knochenmatrix. Durch das Zusammenwirken beider Mechanismen entstehen die Howship-Lakunen, die man auch als "Fressspur" der Osteoklasten bezeichnet.
Im Gegensatz dazu, die Osteoblasten, sie lagern sich an der Knochenmatrix an und sind durch feine Zellfortsätze miteinander verbunden. Mit voranschreitender Knochenbildung rücken die Osteoblasten auseinander und mauern sich quasi in die Knochengrundsubstanz ein. Beim gesunden Knochen herrscht zwischen der Aktivität von Osteoblasten und Osteoklasten ein Gleichgewicht.
Anders bei der Osteoporose. Hier ist das Zusammenspiel von Auf und Abbau aus dem Ruder gelaufen. Hoch aktive Osteoklasten bauen mehr Knochensubstanz ab als Osteoblasten wieder aufbauen können.
Als Folge des erhöhten Knochenabbaus verliert der Knochen an Festigkeit und Stabilität. So ist der Knochen ist der mechanischen Belastung nicht mehr gewachsen und er kann brechen.
